Die "Zeichen der Zeit erkennen!"

... so fasst Bruder Helmut Zech, Leiter der Brüdergemeinschaft der Canisianer, das Programm zusammen, nach dem sich der Orden heute engagiere. In Klein- und Kleinstkommunitäten von zwei oder drei Mitbrüdern leben die insgesamt 34 Mitglieder der Gemeinschaft verteilt über das Bistum Münster und einer Außenstelle in Hildesheim zusammen. Kern ihres Wirkens ist die soziale und pastorale Arbeit, ausgeprägt in verschiedenen Bereichen wie der Behindertenarbeit, Krankenseelsorge oder Gemeindeseelsorge. Im Gasthaus in Recklinghausen etwa haben sich die Canisianer zusammen mit den Hiltruper Missionsschwestern und einem Weltpriester den Wohnungslosen Menschen angenommen.

Drei Ziele habe die Gemeinschaft, sagt Bruder Helmut: "Sorge für die Bedürftigen, Brüderlicher Dienst, Zeugnis lebendigen Glaubens". Oder umgekehrt,  "Verwurzelt in Gott, verbunden in Gemeinschaft, verpflichtet den Menschen." Damit werde deutlich, aus welcher Quelle sich die Lebensform im Wesentlichen speise. Schließlich könne keiner in dieser Gemeinschaft ohne eine lebendige Beziehung zu Gott leben. Dabei unterstützen die Brüder sich gegenseitig. Jeder habe einen geistlichen Begleiter, der "von oben drauf schaut" und auch mal korrigiere.

Gegründet wurden die Canisianer 1854 in Kevelaer, damals noch unter dem Namen "Brüder der christlichen Liebe". Im Unterschied zu heute, hatten die Brüder in großen Konventen mit 10 Personen gelebt, die an Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Erziehungshilfe angegliedert waren. Mit der Reform der Satzung der Ordensgemeinschaft 1954 unter dem damaligen Bischof von Münster, Michael Keller, änderten sich die Strukturen. Die Gemeinschaft wurde selbstständiger und bekam einen eigenen Ordensoberen, der seither von den Brüdern gewählt wird.

Das Canisiushaus in Münster ist die Zentrale der Ordensgemeinschaft: Ordensleitung, Ordensverwaltung und Ordensausbildung haben hier ihren Sitz.

"Flexibilität" – das kennzeichnet das Leben und die Entwicklung der Canisianer. Der Orden besitzt keine Immobilien und ist auch kein Träger von Einrichtungen. "Dadurch erleben wir eine größere Freiheit", meint Bruder Helmut. Der Orden sei damit besser in Lage, auf die "Zeichen der Zeit" eine Antwort zu geben. Auch gebe es kein Standesdenken. "Wir wollen als Brüder unter Brüdern leben." Selbst gegenüber Fremden lassen sie sich daher als "Bruder" anreden. Manchen provoziere das. Es wecke aber auch Vertrauen: "Leute kommen zu uns und bringen ihr Leben in einem geschützten Raum zur Sprache", sagt Bruder Thomas, der für die Gesprächsseelsorge und die anderen offenen Angebote im "Canisiushaus", der Zentrale der Gemeinschaft in Münster, zuständig ist.

Die Freiheit ist auch das, was Bruder Marcus Porsche an der Gemeinschaft fasziniert. "Man kommt hierhin, lässt das Alte zurück und kann in Freiheit entscheiden, wo es einen hinzieht." Dabei ist ihm wichtig, Teil der Gemeinschaft zu sein, mit ihr seine Ziele abzustecken und seine "Selbstverwirklichung in Gott und der Gemeinschaft" zu finden. Bruder Thomas , der auch die Ordensausbildung leitet, spricht von einem Prozess, sich selbst und den Reichtum der Gemeinschaft zu entdecken und beides zusammen bringen. Das werde in der Ausbildungszeit bis zur ewigen Profess vermittelt.

Als "Wachstation" wollen die Canisianer durch ihr Dasein an Gott erinnern. Die Menschen, die im Canisiushaus zu Gast sind, sollen spüren: "Die Männer haben mit Gott zu tun", so formuliert es Bruder Helmut. Und: Trotz einer kleinen Zahl von nur 34 Brüdern, gibt es neun Mitbrüder, die unter 49 Jahre alt sind. Aus heutiger Sicht bemerkenswert für eine Ordensgemeinschaft. "Wir tun alles dafür, dass es künftig so weitergeht."

Text: Christoph Kirchhoff, kirchensite.de

Kontakt

Canisiushaus
Canisiusweg 23
48151 Münster
Telefon: 0251 / 77768-0
E-Mail: info@canisianer.de 
Zufahrt: über Kleihorststraße
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Gottesdienste im Canisiushaus

Eucharistiefeier
Sonn- und Feiertag: 9.00 Uhr
Montag, Mittwoch und Freitag: 7.00 Uhr
Dienstag und Donnerstag: 18.00 Uhr

Stundengebet
Täglich:
7.00 Uhr, 12.00 Uhr und 18.00 Uhr
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