Ein Wort für das Neue Jahr 2021

Joh.1,1-18

In der frohen Botschaft an Weihnachten ist die Rede von einem Wort,
von dem Wort

Ein Wort,
im Schweigen gewogen hat Gewicht.

Heutzutage:
Worte,
heute gesagt, sind morgen schon wieder von gestern.
Worte, daher geschwätzt,
gleichen einer Geräuschkulisse, nichts sagend und leer.

Der Evangelist Johannes berichtet:
Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.
Dieses Wort, griechisch Logos, meint auch im Wortsinn, was im Anfang war,
nämlich Geist, Leben, Liebe und Licht.
•    Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.
•    Im Anfang war gleichsam die Liebe und die Liebe war bei Gott und die Liebe war Gott.
•    Im Anfang war gleichsam das Licht und das Licht war bei Gott und das Licht war Gott.

Was hier wie ein Gedicht, voller Poesie, liedhaft unser Ohr erreicht, beschreibt den Beginn einer dramatische Bewegung zwischen Gott und den Menschen.

Alles ist aus diesem Wort geworden,
heißt es da.
In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen.

Wie ist das zu verstehen?
Zu schön gesagt um wahr zu sein, sagt der Verstand: Gott im Wort als Licht und Leben!
Doch die Realität ist ein andere.

Das Wort im Anfang geht unter im lautstarken Gerede über Gott und die Welt.
Jemand sagte:
•    Wer Gott ins Gerede bringt, hat ihn schon tot geredet.
•    Wer Gott in Worte fasst, hoffnungslos, lieblos und herzlos, der verfehlt das Wichtigste, nämlich ihn selbst.
Das macht sprachlos. Weiter heißt es:
Und das Licht leuchtete in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Will heißen:
Gott mischt sich ein, in einer Welt voller Widersprüche und Spannungen.
Er selbst gerät dabei in eine tödliche Zerreißprobe, liefert sich der Finsternis aus,
die ihn mit aller Kraft zu vernichten sucht.

Da müssen Entscheidungen her:
•    Für den Glauben gegen den Unglauben. + Für die Wahrheit gegen die Lüge.
•    Für die Freiheit gegen die Knechtschaft. + Für das Leben gegen den Tod.

Und es heißt weiter:
Er kam in sein Eigentum und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Aber allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.

Gott schenkt uns allen an Weihnachten sein Wort in Menschengestalt:  “Jesus“!
•    Dieses eine Wort im Schweigen uns geboren als Menschenfreundlichkeit im Licht der Liebe Gottes,
•    dieses eine Wort im Schweigen uns geschenkt als Trostwort in Armut und Leiden
•    dieses eine Wort im Schweigen uns zugesagt als Leben in Fülle
dieses Wort gibt uns in den Zerreisproben und Wirrnissen unserer Tage Hoffnung und macht demütig.
Und das Wort ist Fleisch geworden…
Ein goldenes Wort, weil es vom Leben spricht, vom Leben in Fülle.
Da braucht‘s keine Worte mehr. Kommt lasset uns anbeten.

Im Anfang war das Wort…
Eines ist sicher:
Das Wort geht nicht unter im Lärm unserer Tage, nicht über unsere Köpfe hinweg,
sondern in unser Leben hinein.

Gott kommt auch heute in diesen schweren Tagen zu uns um das frierende Herz zu erwärmen.
Als Immanuel an unserer Seite sagt er uns zu:
•    Du, “ich bin da, wo du bist.“ + Du, „Ich nehme dich an, wie du bist“.
•    Du, „Ich weiß um dich, du bist bei mir geborgen“. + Fürchte dich nicht“. Du bist mein.“

Der Theologe Karl Rahner fasst dieses göttliche Geheimnis in die einfachen Worte:

„Wenn wir sagen: Es ist Weihnacht, dann sagen wir:
Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein schönstes Wort in die Welt hineingesagt.
Und dieses Wort heißt:
Ich liebe dich, + du Welt + und du Mensch.“


                             Ein gesegnetes und gesundes Neues Jahr 2021
                                                Br. Gereon Henkhues

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