Ein Wort im Monat Mai

Von Jesu Auffahrt in den Himmel lesen wir im Evangelium
am Fest Christi Himmelfahrt.
Brennend bleibt die Frage: Wo ist Jesus hin?

In einem Lied heißt es:
Weißt du wo der Himmel ist? Nicht so hoch da droben.
Sag doch ja zu dir und mir. Du bist aufgehoben.


Erste Zugänge zum Verständnis kann uns eine Geschichte aus China aufzeigen:
Da ist von einem Maler die Rede, der alt und einsam geworden ist über die Arbeit an seinem einzigen Bild.
Eines Tages wurde das Bild doch noch fertig und der alte Künstler lud seine noch verbliebenen Freunde ein, es zu begutachten.
Sie umstanden das Bild:
Ein Park war darauf zu sehen, ein schmaler Weg zwischen Wiesen führte zu einem Haus auf der Anhöhe.
Als die Freunde fertig mit ihrem Urteil, sich dem Maler zuwenden wollen, ist er nicht mehr da.
Sie blicken ins Bild:  
Dort geht er auf dem Weg sanft die Anhöhe hinauf, öffnet die Tür des Hauses, steht einen Augenblick still, dreht sich um und lächelt, während er noch einmal winkt und in der Tür verschwindet, sorgfältig die gemalte Tür hinter sich verschließend.

So entzog er sich den Blicken seiner Freunde.
In seinem Werk blieb er Ihnen nur so in Erinnerung


In Gegensatz zum Weggang des Künstlers wurde Abschied Jesu von seinen Freunden gleichsam ein Neubeginn.
Jesus gab ihnen zu verstehen, dass er künftig nämlich auf ganz neue Weise bei ihnen sein werde für Zeit und Ewigkeit.

Dies gilt auch für uns heute.
Als seine Jünger sind wir nicht nur Zuschauer, sondern lebendige Zeugen seiner Auferstehung.
Wir sind gesandt, sein Werk zu bezeugen in Wort und Tat.


Ein weiterer Gedanke:

Es gibt zweierlei Dinge die Welt zu sehen,
eine äußere Sicht,
also, sie in Höhen und Tiefen und Kilometer zu messen, wie sie ist,
und
eine innere Sicht,
zu wissen, dass sich Höhen und Tiefen auch im Innern des Menschen vollziehen, nämlich in seinen Gefühlen und seelischem empfinden.

Zwischen Menschen und Gott gibt es keine räumliche Entfernung, keine Entfernung, die man in zeitlichen Maßen messen könnte.  

Christi Himmelfahrt ist ein Geschehen, dass sich von daher in unserem Inneren vollzieht, tief in uns,  

  • da wo das Herz Augen hat und sieht,
  • da, tief in uns, wo unser Glaube wurzelt,
  • da, wo die Hoffnung wider alle Hoffnung keimt und die Liebe zweckfrei als Hingabe erblühen kann.

So ist Christus zwar unseren Augen entrückt, aber gemäß seiner Verheißung
„Ich bin bei euch alle Tage“, ( Mt. 28,20 ) neu bei uns eingekehrt im Hl. Geist.

Glückliche Ereignisse im menschlichen Miteinander werden oft im Volksmund so kommentiert. „Das ist ja wie ein Himmel auf Erden!“

Also der Himmel ist kein „Wolkenkuckusheim“.
Er ist, wie es der Dichter Stefan Andres ausdrückt, „der Raum der Liebe Gottes“.
Dieser Raum der Liebe birgt Himmel und Erde.
Gott ist in allen Dingen, bemerkt der Hl. Ignatius von Loyola.

Der auferstandene Christus hat uns den Heiligen Geist gesandt als Lebenskraft, als Atem Gottes, ausgegossen in unseren Herzen. (vergl. Röm.5,5)

Angelus Silesius, ein großer Mystiker aus dem Mittelalter, hat den Himmel begriffen als geheimnisvolle Begegnung des Menschen mit Gott,
eine Begegnung, die sich ganz tief im Innern des Menschen vollzieht.
Er rief aus:
„Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir!
Suchst du ihn anderswo, du fehlst ihn für und für.“

Gottesdienste im Canisiushaus

Eucharistiefeier
Sonn- und Feiertag: 9.00 Uhr
Montag, Mittwoch und Freitag: 7.00 Uhr
Dienstag und Donnerstag: 18.00 Uhr

Stundengebet
Täglich:
7.00 Uhr, 12.00 Uhr und 18.00 Uhr
Ggf. entfällt es zu Gunsten des Gottesdienstes.

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