Geschichte der Brüdergemeinschaft

In jedem Jahr treffen sich die Canisianer am 8. Dezember in Kevelaer, dem Gründungsort ihrer Gemeinschaft.

Die Anfänge

Im Jahr 1854 gründete Bischof Johann Georg Müller (1847-1870) in Kevelaer die "Weltpriester-Congregation zu Cevelaer unter dem Titel der schmerzhaften Gottesmutter". Mitinitiator der Gründung und erster Präses der neuen Kongregation war der spätere Bischof von Münster Johann Bernhard Brinkmann (1870-1889). Er war auch der Verfasser der ersten Regel der Kongregation. - Schon früh nahm die Kongregation auch Lehrer und Laienbrüder auf, die zunächst Dienste im Priesterhaus in Kevelaer übernahmen. 1857 wird Johann Bernhard Brinkmann vom Bischof von Münster beauftragt, auf dem ehemaligen Rittergut Haus Hall bei Gescher ein Erziehungsheim für verwahrloste Knaben einzurichten. Die Betreuung übernahmen die Kongregationsmitglieder. 1860 sind Kongregations-Priester und Brüder tätig in Kevelaer, Geldern, Capellen, Haus Hall und Münster.

Wachstum

1865 ist die Zahl der Brüder so stark angewachsen, dass der Bischof sich entschließt, für sie ein eigenes Statut zu entwerfen und eine Kongregation zu begründen, die der Weltpriester-Kongregation angeschlossen ist.

Obwohl der Bischof sich immer wieder für die Weltpriester-Kongregation zu Kevelaer eingesetz hatte, löste sich diese in den Wirren des Kulturkampfes im Jahr 1873 auf.  Das "segensreiche und hochwichtige Institut der Brüder der christlichen Liebe" aber blieb bestehen. Auch die Strukturen blieben unverändert: Der jeweilige Direktor oder Pfarrer des Hauses, in denen Brüder tätig waren, blieb weiterhin der örtliche Obere. Direktor der Kongregation war ein vom Bischof von Münster ernannter Geistlicher.

Mit fortschreitender Industrialisierung stieg der Zahl der verwahrlosten Kinder und weitere "Erziehungsanstalten für Knaben" wurden gegründet: 1899 das Martini-Stift bei Appelhülsen und 1902 das St. Josefshaus bei Wettringen. Auch diese Anstalten wurden den Brüdern zur Betreuung zugewiesen. 1913 schickte Haus Hall sechs Brüder ins Börgermoor bei Papenburg, um Aufbauhilfe zu leisten bei der Errichtung der Johannesburg, einer Führsorgeerziehungsanstalt für schulentlassene Zöglinge, die im Jahr darauf von den Herz-Jesu-Missionaren übernommen wurde.

Herz-Jesu-Kloster

Aufgrund der Erweiterung der Kongregation nach dem Ersten Weltkrieg war die Errichtung eines neuen Novizenhauses erforderlich. Und so wurde 1923 in Ellewick bei Vreden das Herz-Jesu-Kloster erbaut und ein Jahr später vom Bischof eingeweiht. Bisher hatten sich die Novizen in "Haus Hall" auf ihren Ordensberuf vorbereitet. Nun erhielten sie ihre Ausbildung im Herz-Jesu-Kloster, wo auch die alljährlichen Exerzitien für die gesamte Kongregation stattfanden.

"Geeignete Kräfte" in heutiger Zeit

1951 gab der Bischof Dr. Micharel Keller den Brüder der christlichen Liebe eine neue Satzung. Dadurch erhielt die Gemeinschaft ihre Selbständigkeit. Sie nannte sich jetzt "Genossenschaft der Brüder des hl. Petrus Canisius vom christlichen Apostulat", genannt Canisianer. Erster Generalobere wurde Bruder Felix Rohde. Im Zuge dieser Erneuerung übernahmen die Brüder nun in noch weit größerem Maße Dienste in der Gemeindesozialarbeit und -seelsorge. Bischof Keller schrieb entsprechend im Vorwort der neuen Satzung: "In Euch Canisianern erblicke ich die geeigneten Kräfte für so manche Aufgabe des Laienapostulates und der Seelsorgehilfe, wie sie die heutigen Verhältnisse mit sich bringen."

Anlaufstelle für Menschen in Not

1952 überließ Bischof Keller der Brüdergemeinschaft ein Haus in Münster zur Noviziatsausbildung, das heutige Canisiushaus. 1965 wurde die Leitung der Canisianer vom Herz-Jesu-Kloster Vreden ebenfalls nach Münster ins Canisiushaus verlegt. Im Erweiterungstrakt richtete die Brüdergemeinschaft 1982 eine Anlaufstelle für Menschen in Not ein.

Projekte

Das Herz-Jesu-Kloster in Vreden wurde der Alterssitz für die Brüdergemeinschaft und gleichzeitig Wohnsitz für die Brüder, die in der angrenzenden Behinderteneinrichtung "Haus Früchting" tätig waren. "Haus Früchting" in Vreden-Ellewick ist seit 1966 eine Einrichtung der Brüdergemeinschaft für Menschen mit Behinderung.

Ein weiteres Projekt der Canisianer ist seit 1978 die "Gastkirche" und das "Gasthaus" in Recklinghausen. Zusammen mit der Ordensgemeinschaft der Hiltruper Missionsschwestern bildeten sie im früheren Armen-Gasthaus an der Heilig-Geist-Straße eine kleine geistliche Zelle, die sich der aktuellen Not in der Stadt stellte. Es entstanden die tägliche Essensausgabe, Flüchtlingsarbeit und Jugendprojekte.

Schließlich engagierten sich die Canisianer noch missionarisch von 1968 bis 2013 in der mexikanischen Partnerdiözese Tula. Mit sozialen und pastoralen Projekten waren sie in den sozialen Brennpunkten von Valle del Mazquital tätig. In dem von der Brüdergemeinschaft mit gegründeten Sozialzentrum in Cardonal lebten die Canisianer zusammen mit Priestern und Laien aus dem Bistum Münster sowie Mexikanern. Im Laufe der Jahre entstanden dort beim Aufbau der christlichen Gemeinschaften unter anderm eine Mechanikerwerkstatt, Konsumgenossenschaften, eine Näherei sowie diverse Häuserbau-Projekte. - Finanzielle Unterstützung für Projekte in der Partnerdiözese Tula kommt jetzt von der Stiftung Mexiko-Hilfe der Canisianer.

Nach einem Text aus www.kirchensite.de  (ergänzt durch Texte aus unserem Archiv)

Gottesdienste im Canisiushaus

Eucharistiefeier
Sonn- und Feiertag: 9.00 Uhr
Montag, Mittwoch und Freitag: 7.00 Uhr
Dienstag und Donnerstag: 18.00 Uhr

Stundengebet
Täglich:
7.00 Uhr, 12.00 Uhr und 18.00 Uhr
Ggf. entfällt es zu Gunsten des Gottesdienstes.

Den aktuellen Gottesdienstplan finden Sie hier...

Kontakt

Canisiushaus
Canisiusweg 23
48151 Münster
Telefon: 0251 / 77768-0
E-Mail: info@canisianer.de 
Zufahrt: über Kleihorststraße
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